Paris Hilton

Kapitel 4.1
Als ich dem Islam beigetreten bin und meinen christlichen und jüdischen Freundinnen davon erzählte, gratulierten sie mir – dass ich gerade die Religion gewählt habe, die Bevormundung, Todeskult und Pädophilie enthält. Ich sagte nichts, denn mir war bewusst, dass meine jüdischen Freundinnen automatisch über den Israel-Palästina-Konflikt denken und jeden Muslim als potenziellen Palästinenser sehen. Für meine christlichen Freundinnen war das Thema Pädophilie besonders auffällig, weil wir wissen, was in Ländern wie Iran oder anderen armen, islamisch geprägten Regionen passiert, wo Familien minderjährige Töchter an deutlich ältere Männer „verkaufen“. Was wir dabei oft vergessen: Es gibt keine klaren Überlieferungen darüber, wie alt Aisha wirklich war. In einer Quelle war sie bereits 18, wenn nicht 19 Jahre alt. In einer anderen sechs. Wieder in einer anderen älter als 14. Aisha bleibt somit wie Schrödingers Katze – lebendig, tot oder vielleicht gar nicht vorhanden. Und da wir nie sicher erfahren werden, welche dieser Thesen stimmt, müssen wir uns damit zufriedengeben, was die Überlieferungen uns bringen.
Wir vermischen den Islam ständig mit Patriarchat und dem schwachen Mann.
Und wie alles im Leben gilt auch hier der Spruch: Man make money und man make patriarchy. Beide Systeme sind nicht gerade pro Kinderschutz. Ich möchte auch hier offen meine Meinung äußern: Wir halten an Konzepten fest, die so falsch laufen, wie nur möglich, und wir haben tierische Angst, sie zu verändern. Warum? Weil wir die Stimmen der schwächeren Hälfte der Bevölkerung stärker wahrnehmen als die der stärkeren Geschlechter. In matriarchalen Systemen liegt der Fokus auf dem Kind, auf der Community, auf der Gesellschaft. In patriarchalen Strukturen dagegen wird der Mann zum Mittelpunkt der Welt erklärt – und entsprechend wird er erzogen. Schon als Baby bekommt er mehr Freiheiten, mehr Augenzwinkern, mehr Relativierung in der Erziehung als ein Mädchen. Wenn ein Junge einem Mädchen weh tut, wird sie oft erklärt: „Ja, er mag dich, aber das ist nicht schlimm.“
Heutige Eltern sagen, dass ihre Töchter sich wehren können sollen. Und in vielen Fällen können sie das auch schon viel besser als wir damals. Aber leider reicht das nicht immer. Und so bleibt uns nur ein kleiner Funken Hoffnung.
ich neulich zufällig auf einen Social‑Media‑Beitrag über eine Seite stieß, die sich Wir sind auch Menschen nennt und in der Pädophile behaupten, Kinder seien “sicher neben ihnen”, warf ich den Laptop nicht nur aus Versehen fast quer durch den Raum — ich dachte tatsächlich: What the fluff? Es sollte so etwas einfach nicht geben. Und doch existiert es.
Dabei wird Pädophilie als Krankheit etikettiert und in der öffentlichen Debatte hoffentlich weiterhin als Minderheitenphänomen eingeordnet. Trotzdem zeigen die Zahlen, dass wir nicht von Einzelfällen sprechen, sondern von einem tiefen, wachsenden Problem: Laut einer Studie über 33 europäische Länder hat ein Kind in Europa 1 von 15 vor dem 18. Lebensjahr sexuellen Übergriffen erlebt; etwa 4,7 % wurden vergewaltigt, 7,4 % sexuell missbraucht — und das geschieht oft innerhalb der Familie.
Und es wird noch deutlicher, wenn wir die Online‑Dimension anschauen: In der EU gab es 2023 allein rund 1,3 Millionen Meldungen zu sexuellem Missbrauch von Kindern, begleitet von über 3,4 Millionen Bildern und Videos. Die EU ist weltweit Spitzenreiter darin, wie viele solcher Inhalte auf Servern innerhalb ihrer Mitgliedstaaten gehostet werden — mit 59 % der gemeldeten Fälle weltweit.
In Zahlen ausgedrückt heißt das: Tausende Kinder erleben körperliche und sexuelle Gewalt, und Millionen von Missbrauchsbildern kursieren im Netz. Verurteilungen und Fahndungserfolge gibt es — zuletzt führte eine große internationale Operation zur Abschaltung der Plattform Kidflix, die über eine Million Nutzer hatte und rund 91.000 illegale Videos beinhaltete.
Was diese Zahlen zeigt, ist kein abstraktes, “fernes” Problem, sondern ein systemisches Versagen, bei dem wir oft lieber über einzelne Fälle oder religiöse Stereotype sprechen, als über das, was tatsächlich täglich passiert. Und während konservative Diskurse lautstark über islamische Moral oder Kindesheirat debattieren, steigen die realen Online‑ und Offline‑Missbrauchsfälle in westlichen Ländern weiter an — ganz unabhängig von Kultur, Land oder Religion.
https://islam-ist.de/islamische-begriffe/aisha/

Bevor wir weiter fortfahren, glaube ich, sollten wir ein paar Sachen klarstellen — einige Begriffe, die uns helfen werden, diese Geschichte wirklich zu verstehen, damit wir nicht durcheinanderkommen, während wir über sehr reale Dinge sprechen.
Wenn wir über dieses Thema reden, begegnen uns mehrere Begriffe, die oft durcheinandergeworfen werden oder missverstanden werden. Hier ist, was sie bedeuten — einfach, klar und in der Reihenfolge, wie sie in diesem Kontext relevant sind:
Pädophilie
Das ist ein psychologischer Begriff.
Er beschreibt Personen, die ein primäres sexuelles Interesse an Kindern haben, die noch nicht die Pubertät begonnen haben.
Das heißt: etwa vor ungefähr 11–12 Jahren und jünger.
Nicht sexuelle Handlung — Interesse.
Hebephilie
Das ist ein engerer Begriff aus der klinischen Forschung.
Er bezeichnet sexuelles Interesse an Menschen, die gerade in der Pubertät sind, ungefähr 11 bis 14 Jahre alt.
Das ist eine Zwischenzone zwischen Pädophilie und Ephebophilie.
Ephebophilie
Dieser Begriff beschreibt sexuelles Interesse an Teenagern, die nach der frühen Pubertät sind, ungefähr 15 bis 19 Jahre alt.
Das ist kein juristischer Begriff — es ist eher eine Kategorie in der psychologischen Forschung.
Er hilft zu unterscheiden, dass jemandes Neigung sich eher an älteren Jugendlichen richtet statt an Kindern.
Sexueller Missbrauch von Kindern (rechtlich)
Das ist ein juristischer Begriff, kein psychologischer.
Er beschreibt jeden sexuellen Kontakt oder jede sexuelle Handlung, die an einer Person durchgeführt wird, die laut Gesetz nicht alt genug ist, um rechtswirksam zustimmen zu können.
Das Alter dafür ist unterschiedlich je nach Land (z. B. 14 in Deutschland, 15 in Polen).
➡️ Wichtig:
Das Verhalten ist strafbar, unabhängig davon, ob jemand pädophil, hebephil oder ephebophil ist.
Zustimmungsalter
Das ist der rechtliche Mechanismus, der sagt:
Ab welchem Alter darf jemand legal sexuellen Handlungen zustimmen?
Das ist:
• in Polen derzeit 15 Jahre
• in Deutschland überwiegend 14 Jahre
Andere Länder haben andere Grenzen oder Zusatzregeln, gerade wenn ein Altersunterschied groß ist oder Abhängigkeitsverhältnisse bestehen.
Das Gesetz sagt nicht, dass etwas moralisch richtig ist — es legt nur rechtlich fest, ab wann eine Person juristisch zustimmungsfähig gilt.
Child Sexual Abuse Material (CSAM)
Ein juristischer Begriff für Material (Bilder, Videos, Dateien), in dem Kinder in sexualisierter Weise dargestellt werden.
➡️ Das ist weltweit illegal, und Besitz, Erstellung oder Verbreitung ist strafbar.
Kinderpornografie
Das ist ein umgangssprachlicherer Ausdruck, der oft benutzt wird — aber er meint im Kern dasselbe wie CSAM:
sexuelle Darstellungen von Minderjährigen, die aus tatsächlichem Missbrauch entstanden sind.
Nachdem wir die Begriffe geklärt und die Emotionen etwas heruntergefahren haben, können wir weitermachen. Pädophilie ist – wie viele andere Berufsfelder oder Sektoren – überwiegend männlich dominiert. Frauen machen hier eher eine Quote aus, anstatt gleichberechtigt beteiligt zu sein.
Als ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigte, musste ich ehrlich sagen, dass die meisten Fälle oder zumindest der Großteil der bekannten Missbräuche an Kindern von Männern verübt wurden, denen die Kinder vertrauten. Ein besonders bekanntes Beispiel sind die Fälle von Missbrauch durch Priester in der katholischen Kirche – jahrzehntelang bekannt, systematisch vertuscht, und trotzdem wird immer wieder erzählt, die Kinder hätten den armen Priestern „verführt“. Wer hier den Zynismus nicht mitbekommt, sollte genau hinhören: Es ist zynisch gemeint.
Direkt danach sprang mir ein weiterer Fall ins Auge: NAMBLA. Die North American Man/Boy Love Association war eine Organisation in Nordamerika, die in den 1970er und 1980er Jahren dafür warb, sexuelle Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und Jungen zu normalisieren. Sie argumentierten, es handele sich um einvernehmliche Beziehungen und dass die Gesellschaft nur durch ihre Vorurteile gefährliche Tabus erschaffe. Genau das macht diese Bewegung gefährlich: Sie versuchte, Missbrauch als Freiheit zu verkaufen.
Aber das Thema ist nicht nur irgendwo in den USA relevant. Auch in Deutschland gab es ein Experiment, das die Gefahr greifbar macht: das sogenannte Kentler-Experiment. In den 1970er Jahren überzeugte der Sozialpädagoge Helmut Kentler Jugendämter in Berlin, obdachlose Jungen bewusst bei Männern unterzubringen, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen hatten. Ziel sollte angeblich „soziale Stabilisierung“ sein – in Wahrheit wurden Kinder gefährdet, systematisch. Dieses Programm wurde teilweise bis in die 2000er Jahre fortgeführt, und die Opfer blieben oft jahrelang unsichtbar.
Und warum ist das wichtig? Weil es zeigt, dass Missbrauch nicht nur ein individuelles Problem ist, sondern ein gesellschaftliches und strukturelles. Es verdeutlicht, wie sehr Kinder abhängig von der Fürsorge Erwachsener sind – und wie sehr patriarchale oder fehlerhafte Systeme diese Fürsorge gefährden können. Das ist keine abstrakte Diskussion mehr, sondern eine Realität, die tief in staatliche Strukturen, Institutionen und gesellschaftliche Normen eingebettet war und in manchen Fällen noch ist.
Und nachdem wir darüber gesprochen haben, wie Systeme und Denkweisen in der Vergangenheit versagt haben – NAMBLA, Kirche, Kentler – ist die nächste Frage: Wie wählen Täter eigentlich ihre Opfer? Nicht als abstrakte Theorie, sondern als Mechanismus, der wirklich stattfindet.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Täter ihre Opfer nicht zufällig finden. Wissenschaftliche Analysen, in denen Menschen verurteilter Sexualstraftäter befragt wurden, zeigen, dass sie konkrete Muster im Ziel‑Verhalten haben: Sie suchen sich Kinder aus, die zugänglich, verletzlich und unbeobachtet sind. Das ist kein Mythos, sondern ein beobachtetes Verhalten in der Kriminalforschung, das sich in verschiedenen Studien wiederfindet.
Forscher, die Kontakt‑Täter und ihre Opferwahl untersucht haben, fanden heraus, dass Täter oft genau diejenigen Kinder ins Visier nehmen, die nahe, ungeschützt und isoliert sind – sei es zu Hause, in Betreuungskontexten oder in sozialen Räumen, in denen Erwachsene Vertrauen aufgebaut haben. Die Wahl des Opfers hängt stark davon ab, wie leicht Zugang möglich ist und wie minimal die Gefahr ist, entdeckt zu werden. Und noch ein wichtiger Punkt: Es gibt Hinweise darauf, dass Täter, die Kontakt zu Kindern suchen, oft stabile Muster im Alter und in den Beziehungen der Opfer zeigen — also nicht völlig wahllos vorgehen, sondern zeitlich konsistent ähnliche Opfer wählen, wenn sie wieder aktiv werden. Diese Mechanismen werden nicht laut verkündet, und sie sind kein Spaziergang in der Kriminalwissenschaft – sie sind Rationalisierungen, durch die Täter erkennen können, welche Umstände ihnen Nähe verschaffen. Und genau deswegen ist es so gefährlich, diese Muster zu ignorieren oder herunterzuspielen. Wenn wir verstehen wollen, wie Schutz funktionieren kann, müssen wir verstehen, dass Täter ein Ziel verfolgen, das weit über zufällige Nähe hinausgeht. Es geht nicht nur um Verlangen, sondern um Zugang, Macht, Isolation und Gelegenheit. Und dann fällt der Blick schnell nicht mehr nur auf reale Räume, sondern auch auf virtuelle: Wie kann jemand, der Opfer wählt, diese Muster online fortsetzen? Und genau da kommt Cyber‑Grooming ins Spiel – ein modernes Pendant zu den alten Mechanismen, nur dass hier die Nähe nicht im echten Raum entsteht, sondern häufig digital aufgebaut wird.
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https://www.lpb-mv.de/nc/veranstaltungen/details/tabubruch-weibliche-paedophilie/
https://beauftragte-missbrauch.de/themen/definition/wer-sind-die-taeter-und-taeterinnen
https://www.emmottsnell.co.uk/blog/female-paedophiles-how-prevalent-are-they
https://link.springer.com/article/10.1007/s10508-021-02160-z
https://taz.de/Paedosexuelle-Netzwerke-in-Berlin/!5752353/
https://www.tagesschau.de/inland/kentler-bericht-paedokriminelle-100.html
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