Stell dir mal vor: Du stehst da. 30 Grad draußen .
Dein Lieblingssommerkleid – angeblich „atmungsaktiv“, „aus Bio-Baumwolle“, „Fairtrade-zertifiziert“ – klebt an deinem Rücken wie ein feuchter Witz.
Du hast es gekauft, weil du besser sein wolltest. Bewusster. Weil du nicht bei H&M landen wolltest. Nicht schon wieder. Also hast du doppelt so viel gezahlt, für die Illusion von Nachhaltigkeit.
Und jetzt?
Du schwitzt dich kaputt und fragst dich, was genau da eigentlich auf dem Preisschild stand – und warum zur Hölle sich dein „Eco-Kleid“ wie ein Plastikschlauch im Hochofen anfühlt.
🌐 Pinterest ist tot. Es lebt: Themu.
Du scrollst durch Pinterest – auf der Suche nach Sommerinspiration, Leinenstoffen, natürlichen Materialien, vielleicht einem europäischen Label.
Doch was siehst du? Temu und Noch mehr Temu.
Eine Plattform, die vorgibt, dich mit “ästhetischer Mode” zu versorgen, nutzt aggressive Werbung, KI und psychologische Tricks, um deinen Wunsch nach bewusster Kleidung wieder in billige, synthetische Massenware zu lenken.
Und was dir als “Öko-Alternative” verkauft wird, kommt meistens aus – Überraschung – China, der Türkei oder neuerdings Bulgarien.
https://youtu.be/e0cHowpnQV8?si=pJMZaaqnFZf35j4f
🧵 Made in Europe – klingt besser als es ist
Denn „Made in Europe“ heißt heute nicht mehr „unter sicheren Bedingungen in Paris genäht“ – sondern häufig:
• Bulgarien: Billiglöhne, mangelhafter Arbeitsschutz, schwache Gewerkschaften
• Türkei: flexible Produktion, problematische Arbeitsverhältnisse (besonders für Geflüchtete)
• China: immer noch Marktführer bei Rohstoffen, Stoffverarbeitung, Färbung
Die globale Lieferkette ist nicht mehr linear – sondern ein Netz aus Auslagerung, Verschleierung und Green Claims.
QR-Codes auf Etiketten, Zertifikate auf Websites – sie sollen Vertrauen schaffen.
Aber was wirklich dahinter steckt, erfährst du selten. Und selbst „Bio-Baumwolle“ heißt nur, dass weniger Pestizide verwendet wurden – nicht, dass deine Haut nicht trotzdem mit Giftstoffen in Kontakt kommt, z. B. durch Farbstoffe oder synthetische Nähte.
♻️ Secondhand als Lösung? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Du denkst: „Okay, dann halt Secondhand.“
Aber auch das ist nicht mehr das, was es mal war.
Denn unsere Kleiderschränke – und Plattformen wie Vinted – sind überfüllt mit Billigmode aus synthetischen Mischfasern.
Recycling ist kaum möglich, weil sich die Materialien nicht mehr voneinander trennen lassen. Ein Kleid mit 50 % Viskose, 30 % Polyester, 20 % Elastan kann nicht nachhaltig verwertet werden. Es landet – wie der Rest – irgendwann in Kenia oder Ghana.
Und dort? Verbrennt man es. Oder es landet auf offenen Müllbergen.
🧠 Und wenn Männer dazukommen… wird’s toxisch
Plattformen wie Vinted und Telegram zeigen: Sobald Männer Räume betreten, die ursprünglich für Frauen gedacht waren – etwa Kleiderkreisel oder Tauschgruppen – kippt die Dynamik.
📢 Vinted-Kritik: Deine Kleider, ihre Spielwiese
Du glaubst, du tust etwas Gutes, wenn du dein Kleid schön hochwertig – neu oder in sehr gutem Zustand – bei Vinted einstellst. Du hoffst auf faire Preise, Respekt… und vielleicht ein paar Euro zurück. Stattdessen passiert Folgendes:
1. Männer laden deine Fotos runter – ohne Erlaubnis
Journalistische Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen zeigen deutlich:
• Private Telegram-Gruppen mit Titeln wie „Girls of Vinted“ sammeln heimlich Bilder von Frauen, ihren Outfits – oft mit Kommentaren über Unterwäsche oder Fitnesszustand .
• Eine Vinted-Verkäuferin berichtete, sie erhielt nach dem Einstellen von Kleidungsfotos unerwünschte Nachrichten mit Fragen wie „Und die Unterwäsche darunter?“ .
• Ein Reddit-Beitrag warnt explizit:
„There are guys on Vinted who specifically buy from women just to get their personal info … and then they share it in creepy Telegram groups.“
Das ist keine Bagatelle – es ist digitale sexualisierte Gewalt. Und das passiert systematisch, weitgehend unbemerkt, in privaten Gruppen mit teils unklarer Moderation.
Frauen werden gefeilscht – und frustriert
In deiner Gemeinschaft wird der Preis deiner Kleidung immer weiter gedrückt – bis zu 70 % Rabatt sind keine Seltenheit. Auch bei ungetragenen Teilen. Viele fühlen sich nach stundenlanger Mühe und Hitze des Sommers enttäuscht. Der Gedanke, den Artikel wieder in den Container zu werfen, steigt schnell auf.
https://www.nssmag.com/en/fashion/40919/telegram-groups-vinted-sexual-crimes-privacy?utm_source=chatgpt.com https://www.reddit.com/r/vinted/comments/1k72afu/women_stay_safe_no_personal_info/?utm_source=chatgpt.com
https://youtube.com/shorts/RBpP08UVn0M?si=-HnAJG7A2hjcM95r
https://youtu.be/uW-2BrUKFsw?si=mzoHzI7nGNXi0-6n: Secoundhand , fast Fashion Problem .📌 Der Reality-Check
• „Öko“ heißt nicht automatisch gut – weder für dich, noch für die Umwelt
• Produktionsländer verlagern sich – aber die Ausbeutung bleibt gleich
• Pinterest ist heute ein Shopping-Kanal für Temu & Co.
• Selbst Secondhand ist verseucht mit Giftstoffen und Sexismus
• Wenn du wirklich ökologisch leben willst, brauchst du nicht nur Bewusstsein – sondern auch Durchblick und Schutz
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